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ARTMUC – 3 KÜNSTLER, 5 FRAGEN

Im zweiten Teil unseres Ligastudios-Artmuc-Specials stehen uns drei ausstellende Künstler Rede und Antwort

ARTMUC – 3 KÜNSTLER, 5 FRAGEN

Gestern haben wir euch einen kleinen Einblick zur Artmuc, dem Event für zeitgenössische Kunst, das vom 29. Mai bis 01. Juni 2014 auf der Münchner Praterinsel statt finden wird, gegeben. Dort werden sich 100 vielversprechende Künstler mit ihren Werken präsentieren. Drei von ihnen haben wir in einem Interview befragt, um ihre künstlerische Arbeit etwas genauer zu beleuchten.

 

Die Münchenerin Jessica Dettinger hat sich schon während ihres Modedesign-Studiums viel mit Zeichnen und der Malerei beschäftigt. Heute ist sie als Designerin in der Automobilindustrie tätig, arbeitet mit Video-Installationen und Performances.

 

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Credit: Jessica Dettinger // "I'd rather dance with you - collage"

 

Michael Acapulco, auch aus München, auch Video-Performancer, setzt sich bei seiner Malerei mit Emotionen des Lebens auseinander.

 

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Credit: Michael Acapulco

 

Die dritte im Bunde, Eva Hartmann, geboren in Weimar, arbeitet und pendelt zwischen München und Shanghai. Ihre Fotografien erzählen Visual Poetry und eröffnen neue Perspektiven. 

 

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Credit: Eva Hartmann

 

 

Welche Arbeiten werdet Ihr auf der Artmuc ab Ende Mai präsentierten?

Jessica Dettinger: Collagen, Leinwandobjekte aus Wachs und Kristall und die Videoarbeit in Zusammenarbeit mit Michal Plata.

Michael Acapulco: Das wird u.a. ein Werk der Malerei sein - es heißt Lösung Nummer 4.Das Bild entspringt einer aktuellen Reihe, die das Oberthema "Lösung" hat

Eva Hartmann: Auf der Artmuc wird meine Collagenserie "Tales from developing hell" zu sehen sein. Außerdem gibt es noch etwas ganz Neues: Eine Skulptur speziell für die ARTMUC. Man darf sich überraschen lassen. 

 

 

Was bedeutet für Euch das künstlerische Arbeiten?

Jessica Dettinger: Eine Auseinandersetzung mit der kleinen wie auch großen Welt die mich umgibt. Es ist das aktive Teilhaben am Geschehen der Welt - durch die eigene persönliche, subjektive Wahrnehmung. Das künstlerische Arbeiten ermöglicht mir das visuelle Herausarbeiten von inneren Bildern. Dabei geht es für mich aber immer um ein kritisches bis herausforderndes Hinterfragen der Gesellschaft und der Welt. Kunst ist für mich immer die Umformung der Welt in der Phantasie zu einem neuen Konstrukt. Die künstlerische Betrachtung ermöglicht eine verändernde Sicht auf die Dinge, die um einen herum geschehen. Sinnbildend und stiftend.

Michael Acapulco: Abgesehen vom Durchlauf sämtlicher Emotionen in Zeitraffertempo, welcher der kreative Prozess mit sich bringt, gibt mir das künstlerische Arbeiten die Freiheit, sehr nah bei mir selbst sein zu dürfen und den Sinn etwas zu erzeugen, was für das Seelenwohl der Betrachter da ist.

 Eva Hartmann: Meine Arbeit bedeutet für mich alles. Sie ist der Mittelpunkt meines Lebens. 

 

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Credit: Michael Acapulco, "Lösungen" Acryl auf Leinwand

 

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Credit: Jessica Dettinger, "Other voices other rooms No1" //  "I'd rather dance with you - collage"

 

 

Woher nehmt Ihr die Kraft der Inspiration?

Jessica Dettinger: Neugier, Selbstverständlicher Zustand des ständigen Fragens und Beobachtens,  der Aufmerksamkeit und Bewegung der Gedanken des eigenen Ichs.

Michael Acapulco: Vom Leben. Dabei versuche ich Dinge so zu sehen wie sie sind oder auch nicht.

Eva Hartmann: Ich war immer ein guter Beobachter. Ich nehme viele Dinge wahr und stehe gefühlt meist mehr außerhalb des Geschehens als mitten drin. Das gibt mir die Distanz unvoreingenommen zu erleben. Ich versuche zu verstehen und Zusammenhänge zwischen scheinbar voneinander unabhängigen Prozessen zu finden und zu abstrahieren. Diese Überlegungen in ihrer Komplexität sind der Ausgangspunkt für meine Arbeiten. 

 

 

Was kann Kunst gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten und gesellschaftspolitisch- en Krisen bewirken?

Jessica Dettinger: Kunst ist und -  war schon immer kulturbildenden -  und bietet konstruktivistische Antworten auf menschliche wie gesellschaftliche Fragen durch eine metaphorische - oft dekonstruktivistische wie auch narrative Art und Weise. In ernsthaft zunehmend bedrohlichen Zeiten hat die Kunst die Möglichkeit - in unterschiedlichen Facetten und durch unterschiedliche Medien - aufzuzeigen - darzustellen - anzuprangern - zu hinterfragen und Lösungen zu bieten, für die einzelnen Fragmente der Teile des Systems. Sie ermöglicht Fragen und hilft beim Suchen von Antworten.

Michael Acapulco: Ich denke bei jedem etwas anderes, und wenn es nur ein kurzes Abschalten und Innehalten bedeutet.

Eva Hartmann: Die Zeiten waren immer schwierig. Unsere Zeit in unserem Kulturkreis ist geprägt von zunehmender Entfremdung und Komplexität. Alles muss einen Sinn haben, sich verkaufen. Auch Kunst verkommt oft zum Verkaufsartikel und ist damit nicht mehr Kunst, sondern Design. Das Schöne an Kunst im eigentlichen Sinne ist doch, dass sie eben keinen Zweck erfüllt, sondern nur für sich selbst existiert. Kunst ist Unsinn. Und damit vielleicht das Einzige was überhaupt noch einen Wert hat. Da sie keine Aufgabe hat, kann der Mensch ohne Druck mit ihr interagieren und zwanglos erleben. Kunst hat nicht die Aufgabe etwas zu verändern. Menschen verändern. Und dazu können sie, müssen sie aber nicht, von Kunst inspiriert werden.

 

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Credit // Header: Eva Hartmann, "Tales from developing hell"

 

 

Auf welchen Künstler und seine Ausstellung auf der kommenden Artmuc freut Ihr euch? 

Jessica Dettinger: Auf jeden, der diese Messe zu dem macht was sie ist.

Michael Acapulco: Das ist schwer! Das Artmuc Team hat tolle Arbeit geleistet. So viele interessante Künstler, da möchte ich mich im Moment nicht festlegen. Mal sehen welches Bild von welchem Künstler zu welcher Stimmung passt.

Eva Hartmann: Ich hatte in der Vergangenheit die Gelegenheit viele tolle Künstler aus München und Umgebung kennen zu lernen. Ich freue mich vor allem darauf sie alle wieder zu sehen und gemeinsam eine gute Zeit zu haben. Von den Exponaten lasse ich mich überraschen. Es wird sehr vielseitig werden. Ich freue mich darauf.

 

 

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Jessica Dettinger, Michael Acapulco und Eva Hartmann. Wir wünschen viel Erfolg und eine erlebnisreiche Zeit auf der Artmuc.

 

Wer noch mehr über die drei Künstler und ihre Arbeiten erfahren möchte, dem empfehlen wir unbedingt auf der Artmuc vorbeizuschauen. Wer dazu keine Zeit hat, der sollte sich nicht ihre Internetauftritte entgehen lassen.

 

- By Ayla Yildiz

28 / 05 / 2014 // by LigaStudios Team

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