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LIGASTUDIOS WEEKENDER TEIL II: BEST-OF READING

Von der Einfachheit der Dinge, Globetrottern und einer gesunden Portion Melancholie.

LIGASTUDIOS WEEKENDER TEIL II: BEST-OF READING

Im zweiten Teil unseres Weekenders kommen wir von grossformatigen Bildbänden zu den besonderen Büchern. Inspiration ist schließlich das Eine, genauso wichtig ist doch aber ein bisschen „Quality-Time“ und so richtiger Lesestoff zum Schmunzeln, Lachen und Weinen, oder?

 

 

Pia Volk „Mama, sind wir bald da?

 

Pia Volk ist Autorin, allein erziehende Mutter und seit jeher vor allem eines: in der Welt zu Hause. Stets geleitet von der Stimme ihres Herzens, konnte dem auch die Geburt ihres Sohnes Paul keinen Abbruch tun - auch wenn spießbürgerliche Besserwisser gerade dann doch eigentlich Sesshaftigkeit und Sicherheit mahnen und damit ganz sicher keine Weltreise mit Kind im Sinn hatten. Egal! Als ihr Sohn zweieinhalb Jahre alt ist, wagt Pia Volk trotzdem das ‚Unverantwortliche’ und durchquert mit Paul die Wüste Australiens von Süden nach Norden. Mit nur fünf Jahren kennt der Junge so ziemlich jedes Verkehrsmittel - von Schweden bis Thailand - auch jene, die noch nie einen TÜV gesehen haben, hat in Japan bereits gegen echte Ninjas und in Kalifornien gegen die Tücken eines Wohnmobils gekämpft und ist manch einem Erwachsenen damit mit Sicherheit ein großes Stück voraus. Warum, wieso, weshalb das alles gar nicht so wild ist und warum Koffer packen und sich Aufmachen die Welt zu erkunden nicht nur als Erwachsener eine ganz ausgezeichnete Idee ist, schildert dieser augenzwinkernde Roman, den es hier zu kaufen gibt.

 

 

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Alice Waters „The Art of Simple Food“

 

Wohin wir dieser Tage auch blicken – überall begegnete uns die Frage nach der richtigen Ernährung und einem gleichermaßen gesunden und verantwortungsbewussten Lebensstil. Welche Lebensweise ist denn nun die Beste, welcher Food-Trend taugt wirklich etwas!? Vegan, Paleo, Raw? Bei all diesen komplizierten Theorien schwirrt uns nicht nur schon der Kopf, sondern wir vergessen vor allem eines: Dass es nämlich manchmal auch ganz einfach geht. Denn was hat uns schon die Oma gelehrt? Weniger ist mehr! Offenbar hatte Alice Waters, ihresgleichen eine der einflussreichsten Köchinnen Amerikas und Vorreiterin guter, gesunder und vor allem nachhaltiger Küche, auch so eine Oma, von der sie vielleicht auch das ein oder andere Rezept vererbt hat. Seit den 1970er-Jahren verwöhnt sie jetzt jedenfalls schon die Gäste ihres Gourmet-Restaurants Chez Panisse im kalifornischen Berkeley und weiß worauf es ankommt. Oberster Grundsatz: „Frisch, saisonal und biologisch“ – und dabei bitte schön möglichst einfach. Bedeutet im Umkehrschluss: Alice Waters arbeitet nur mit Produkten, die sie lokal von Bauern und Lieferanten in ihrer Umgebung kauft oder die in ihrem Küchengarten wachsen. Das inspirierte selbst Michelle Obama, die im Weißen Haus einen Gemüsegarten nach dem Vorbild von Alice Waters anlegen ließ. Gibt es hier zu kaufen.

 

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Michel Houellebecq: Gestalt des letzten Ufers

 

Bei all diesen positiven Eindrücken wollen wir zum Schluss keineswegs unnötige Melancholie schüren, sondern nur daran erinnern, wie schön der Winter doch mit etwas Wehmut im Herzen sein kann. An der Stelle kommen wir dann auch wieder auf die Couch und das Glas Rotwein zurück, um uns ungestört in der unerschöpflichen Blasphemie gegen die verfehlte Schöpfung Houellebecqs zu suhlen. Für alle Optimisten unter Euch – das hört sich jetzt schlimmer an als es ist. Denn als vielleicht großartigster Dichter der Gegenwart gelingt es ihm ganz mühelos, seine manchmal etwas übertriebene, pessimistische Welt- und Liebesklage allein durch die Leichtigkeit seiner Wortwahl zu negieren und so höchstens etwas nachdenklich den Tag ausklingen zu lassen. „Die Gestalt des letzten Ufers“ kommt zweisprachig daher, was durchaus Sinn macht, weil so manche versteckte Botschaft in der Übersetzung untergeht. Wer der französischen Sprache allerdings nicht mächtig ist, hat trotzdem keinen wirklichen Nachteil: Die einfache, geradlinige Wortwahl des Franzosen trifft so oder so unverfroren mitten ins Herz. Für etwas Weltschmerz to Go geht es also hier entlang.

 

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All Credits: Stephanie Johne

 

 

- by Stephanie Johne

09 / 11 / 2014 // by LigaStudios Team

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