ON TOUR MIT DEM THONET CONCEPT BIKE
Bekannt, begehrt, beliebt: Der Kaffeehausstuhl "214" von der Firma Thonet. Doch wer nicht nur beim Schlürfen eines dampfenden Heißgetränkes auf den Design-Klassiker oder eine seiner artverwandten Sitzgelegenheiten schwört, kann jetzt auch beim Radeln auf bearbeitetem Holz à la Thonet Platz nehmen.
Das Besondere dieses Stuhls - für damalige Zeiten ein Meisterstück - besteht einerseits darin, dass er vollständig in seine wenigen Einzelteile zerlegt werden konnte. Das heißt, es war möglich, ihn in arbeitsteiligen Prozessen herzustellen und platzsparend zu versenden. Andererseits überzeugte er mit einer neuartigen Herstellungsweise, dem Bugholzverfahren. Dabei wurde Holz unter Wasserdampf weich und biegsam gemacht, um es anschließend in die gewünschte Form zu pressen. Damit war der Schritt vom Handwerk zu einer industriellen Fertigung getan.
Credit: Thonet
Credit: Thonet
Die revolutionäre Technik des Bugholzbiegens wurde von dem Tischlermeister Michael Thonet entwickelt und vorangetrieben. Als erstes, zukunftsweisendes Objekt entstand 1859 eben jener "Consumsessel Nr. 14", der mittlerweile als Stuhlmodell "214" bekannt ist. Zwischenzeitlich mehr als 50 Millionen Mal gefertigt, gilt er bis heute als gelungenstes Industrieprodukt weltweit und Klassiker der Möbelindustrie. Auf Initiative der Firma selbst, übertrug nun der australische Designer und Architekt Andy Martin die traditionelle Technik des Dampfbiegens auf ein neues Anwendungsfeld und gestaltete ein Fahrrad: Das Thonet Concept Bike. Sowohl der Rahmen als auch der gefederte Sattel des Fahrrades bestehen aus Rotbuche. Die restlichen Teile werden aus dem Hauch einer Hochleistungs-Karbonfaser gefertigt. So entsteht eine gelungene Mischung aus dem traditionellen Herstellungsprozess und den daraus resultierenden Teilen mit Elementen aus zukunftsweisenden Materialien. Nach Aussage von Andy Martin bestand dabei die Schwierigkeit und gleichzeitig Herausforderung vor allem darin, "mit dem eher Low-Tech-Prozess des Dampfbiegens ein ins 21. Jahrhundert passende Fahrrad zu entwickeln”. Ob der Sitzkomfort tatsächlich dem, eines bewährten "214" entspricht, bleibt auszuprobieren. Die Optik des hölzernen Drahtesels gefällt hingegen ab dem ersten Moment.
Credit: Thonet
Credit: Thonet
Das Thonet-Bike ist voll funktionsfähig. Doch neben der nicht vorgesehenen Bremse wird vor allem der Preis wohl eher verhindern, dass es bald bei einem großen Teil der Liebhaber von Design-Klassikern zum täglichen Einsatz kommen wird. Denn wer zukünftig auf Bugholzgebogenen Rädern unterwegs sein möchte, muss rund 43.000 britische Pfund investieren. Durch seine limitierte Auflage wird das besondere Verkehrsmittelso wohl eher zum Sammlerobjekt werden.
Credit: Thonet
Credit Headerbild: Andy Martin/Thonet
- by Saskia Glandien
22 / 10 / 2012 // von LigaStudios Guest











levitraviolImamlem sagt
23. März 2013 um 05:03
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