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WEEKENDER: HAMBURG AT ITS BEST II

Objektmanipulationskünstler Feldmann in den Hamburger Deichtorhallen

WEEKENDER: HAMBURG AT ITS BEST II

Irritierende, geistreich und vor allem unheimlich witzig – die Werke des deutschen Installation-, Bild- und Objektkünstlers Hans-Peter Feldmann, die gerade in den Hamburger Deichtorhallen gezeigt werden, gerieren sich ganz unprätentiös. Und beweisen einmal mehr, dass auch in Zeiten ausufernd-verkopfter Conceptional Art eine simple Idee ausreichen kann, um beeindruckende, bedeutungsmehrschichtige und nachhaltig zum Denken anregende Kunst zu machen.

 

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Credit: VG Bild-Kunst, Bonn // Header: Henning Rogge / Deichtorhallen

 

Oft hat Kunst ja irgendwie so etwas an sich, etwas Unnahbares, etwas sakral Alltagsfernes, etwas irgendwie Arrogantes sogar, wie sie vor allem im Museumskontext heiligen Gegenständen gleich wörtlich auf einen Sockel gehievt dasteht, und uns oft so gar-nichts-sagend entgegen glotzt. Das darf sie dann, nur weil der globale Kunstmarkt oder irgendein kleiner, gehypter Kurator, oder wer auch immer beschlossen hat, dass das jetzt einfach ganz besonders toll sein soll, und vielsagend, und kulturell (und natürlich nicht zu vergessen auch finanziell) von unsagbarem Wert. All das, ganz egal, ob du das einzelne Kunstwerk  interessant findest, ob du es wenigstens schön findest und gerne betrachtest, oder ob du, was auch immer das manchmal so genau heißen soll, es überhaupt im Ansatz verstehst.

 

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Credit: VG Bild-Kunst, Bonn

 

Und das ist natürlich gut so. Denn genau das ist das Besondere an Kunst; dass sie Fragen aufwirft, dass sie den Betrachter vor den Kopf stößt, dass sie  Sehgewohnheiten sprengt – dass sie sich eben nicht wie Alltagsobjekt und –produkte einfach so, ganz easy und ohne nachzudenken wegkonsumieren lässt. Aber. Das bedeutet eben nicht, dass Kunst das nur auf diese – die anstrengende, die spinös sperrige, die vielleicht könnte man sagen intellektualistische – Weise kann.

 

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Credit: VG Bild-Kunst, Bonn 

 

Nicht, dass Feldmanns in den Hamburger Deichtorhallen gezeigten Werke aus über 40 Schaffensjahren irgendetwas Anti-Intellektualistisches an sich hätten. Aber sie bringen eben tatsächlich das mit sich, dass man bei konzeptlastigen, schwarzen Betonblöcken auf weißen Sockeln oft vergeblich sucht: Spaß. Feldmanns Werke sind sich nicht zu fein, um offen mit dem Betrachter zu kommunizieren: sie zeigen unverfroren auf Dinge und Situationen des Alltags, die wir für selbstverständlich halten – und leiten so mit in den meisten Fällen einer gehörigen Portion Humor doch wieder zu Fragestellungen und Unsicherheiten, die auch nachdem man das Museum verlassen hat noch lange nachhallen. 

 

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Credit: VG Bild-Kunst, Bonn

 

Zu den gerade in Hamburg ausgestellten Werken Feldmanns, der sich in seinen Werken meist populärer Kunst-Vorlagen oder Alltagsgegenständen bedient, gehört zum Beispiel die bekannte £10 Note, in der Feldmann der lieben Queen Elizabeth einfach eine rote Clownsnase verpasst. In einem anderen gezeigten Werk verleiht er Fürst und Fürstin im repräsentativen Renaissance-Portrait einen sympathisch bis lächerlichen Silberblick.

 

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Credit: VG Bild-Kunst, Bonn

 

Das alles macht Feldmann mit einer überraschenden Leichtigkeit und Freude, die sich nicht nur in den Objekten wiederspiegelt, sondern sich von diesen ganz nebenbei und ohne verkrampfte Anstrengung wie ein verspielter Schmetterling auf den Museumsbesucher überträgt. Wir sagen, unbedingt hingehen – denn die Ausstellung ist tiefschürfend und unterhaltsam zugleich!

19 / 05 / 2013 // by Maike Mueller

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