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Weekender: The show must go on: Kill the Tills – Part two!

Gestern hat uns das DJ-Duo Kill the Tills schon einiges über ihre Veranstaltungen und gute Partys erzählt. Heute geht es in unserem Weekender weiter: Was die beiden mal werden wollten, wie sie zusammenarbeiten, und was wir vielleicht in Zukunft von ihnen hören und sehen werden:

Weekender: The show must go on: Kill the Tills – Part two!

In was für Clubs legt ihr auf?

Amédée: Die Clubs, in denen wir auflegen, müssen immer zu uns passen. Gerade sind wir  monatlich in der Rubybar. Mit den Chefs dort verstehen wir uns super, und das Publikum ist immer eine gute Mischung. Es gibt viele mit gutem Musikgeschmack und die Location ist wahnsinnig abgefuckt. Das muss auch mal sein... Es ist auch interessant bei etwas Temporärem dabeizusein, denn die Rubybar gibt es nur noch bis März. Die Blumenbar war toll, das Cafe King war toll. In Berlin das King Size... In München sind wir oft auch im Charlie oder im Kong.

 

Wie würdet ihr euren Musikstil beim Auflegen beschreiben?

Amédée: Es kommt viel auf das Publikum an. Wir gehen nicht straight eine Schiene und wenn es niemandem gefällt, ist es uns egal. Das ist Quatsch. Die Musik soll mit den Leuten gehen und sie ändert sich je nach Stimmung. Herauszufinden, wie man Leute zum Tanzen bringt ohne dass es billig ist, darauf kommt es uns an. Es funktioniert nicht immer das gleiche. Die Leute reagieren manchmal anders, nur weil es draußen gerade regnet.

Milen: Wir haben inzwischen ein großes Archiv. Amédée verwaltet das, er hat den Überblick und aktualisiert es immer mit neuen Sachen. Darunter ist auch viel Musik von Freunden. Ich bin der, der es auflegt und sich um die technischen Dinge kümmert. 

 

Das setzt voraus, dass ihr den gleichen Geschmack habt... Oder großes Vertrauen?

Milen: Ja, wir vertrauen uns eigentlich blind.

Amédée: Wir haben vielleicht ein oder zweimal unterschiedliche Meinungen zu einem Lied.

 

FT_Kill the Tills_Copyright Markus Burke

 

Und wer setzt sich dann durch?

Amédée: Der, der das bessere Argument hat.

Milen: Ich habe das Problem, dass ich den HipHop einfach im Blut habe und zwischendrin Bock darauf hab. Neulich hatte ich wieder so eine Welle... Ich mag das ganz gern, Amédée eher nicht so. 

 

 

FT_Couples_Scan 6

 

Seid ihr noch nervös, wenn ihr auflegt?

Amédée: Ja, aber anders als am Anfang, als wir mit dem Musik machen begonnen haben. Bevor es richtig losgeht am Abend, herrscht immer eine ungewisse Stimmung.

Milen: Man steht da im Club und es ist noch keiner da. Es füllt sich nur langsam, man fühlt sich beobachtet. Die Leute kommen viel stärker auf einen zu.

Amédée: So eine Nacht ist schon lang, und es passiert wahnsinnig viel. Man durchsteht viele Emotionen, hat Angst, dass sich die Gäste oder der andere Dj nicht wohlfühlen. Und dann, wenn der Punkt kommt, wo auf einmal alle durchdrehen.... Das ist schon immer sehr gut. 

 

FT_Kill-the-Tills_Copyright-Stefan-Heinrichs

 

Macht ihr wirklich alles zusammen?

Einstimmig: Ja.

 

War das schon immer so?

Milen: Bis ich 14 war auf jeden Fall. Da war Amédée ein kleiner Junge und ich bin nach Berlin. Aber seitdem ich wieder hier bin, machen wir alles zusammen.

 

FT_Kill-the-Tills_Copyright-Carsten-Fock

 

Was wolltet ihr früher werden?

Milen: Ich will noch immer Künstler werden und Amédée wollte Schauspieler werden.

Amédée: Naja, zumindest wollte ich etwas mit Film machen.

 

Vor der Kamera?

Amédée: Nein, nein. Dahinter.

Milen: Amédée ist ein Film-Nerd, er kennt wirklich jeden Film.

 

Milen, wie kamst du zur Kunst?

Milen: Ich habe mit 16 sehr lange einem Künstler assistiert. Er hat mir damals den Zugang zur Bildhauerei verschafft. Von da an wollte ich eigentlich nur noch Kunst machen. Man braucht dafür aber viel Zeit und Motivation, bis man erstmal zu einer Schaffensphase kommt. Danach suche ich immer. Ob das irgendwann einmal erfolgreich ist oder nicht, ist mir erstmal nicht wichtig.

 

FT_Kill the Tills_ Copyright Zeliinda Zanichelli

 

Und bei dir Amédée?

Amédée: Ich war ein Jahr lang auf der Schauspielschule in Paris. Da habe ich gemerkt, dass Schauspielerei nicht so meins ist. Ich fand es eher interessant, mir die Schule anzugucken, die Leute. Das Beobachten hat mit mehr Spaß gemacht, als das Spielen selber.

Milen: Ja, das war bei mir auch so. Ich war bei Erwin Wurm in der Klasse in Wien und habe es nach zwei Wochen abgebrochen. Ich fand es lächerlich, dazusitzen und dir anzuhören, „hier lernt ihr nicht wie man Kunst macht.“ Na ja, wo denn dann? Ich bereue es nicht, nach zwei Wochen wieder gegangen zu sein. Und Amédée sagt mir auch immer: „Stell dir mal vor, du wärst damals in Wien bei Erwin Wurm geblieben.“

Amédée: Ja, ich bereue es auch nicht, dass ich bei der Theaterschule aufgehört habe.

Milen: Vielleicht sind wir einfach ungeduldig, aber wir gehen lieber durch die Schule des Lebens. 

 

Ihr bringt euch vieles auch selbst bei.

Amédée: Wir sind einfach sehr interessiert an Dingen wie Literatur, Kunst, Filme.... Das mit dem Auflegen hat sich dann zufällig ergeben, vereint aber auch vieles davon.

 

Glaubt ihr, es geht in Zukunft genauso weiter?

Milen: Man muss sagen, dass es zurzeit für uns sehr gut läuft. Wäre schön, wenn das so bleibt.

Amédée: Der eigene Erfolg hält einen aber auch fest, man kommt da nicht mehr so leicht raus. Eigentlich sollte man mal ein Risiko eingehen und zwei Monate Pause machen, und versuchen einen Film zu machen. Unsere Mutter sagt immer, wir sollen einen Film machen. 

 

Vielen Dank, für eure Zeit und das Gespräch!!

09 / 12 / 2012 // by Dana Weschke

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