Berliner Art Week - Der Kunstrummel ist zurück!
Gleich drei Messen buhlen zur Berlin Art Week um die Gunst des Publikums und der Sammler! Wir stellen sie euch kurz vor und empfehlen noch zwei aktuelle Ausstellungen, die ihr gesehen haben müsst. Teil II unseres Berlin Art Week Guides!
Gestalten Space
Nur noch bis zum 16. September läuft die Frank Höhne-Ausstellung im Gestalten Space. Frank Höhnes Stil ist eigenwillig, manchmal kindisch naiv. Er arbeitet sehr schnell, intuitiv, spontan und analog, weil er mag, was auf dem Papier passiert und was schiefgehen kann. Aus einem Strich entsteht ein Pfeil und durchs Korrigieren, Übermalen und Collagieren wird ein Bild daraus. Egal, ob man selbst kreativ arbeitet oder nicht, die leidenschaftliche, mit viel Wortwitz geschmückte illustrierte Reise durch Höhnes Welt macht einfach Riesenspaß oder „totalen Bock“, wie er sagen würde. Viele der Dinge, die in Höhnes neuem Buch The Book of Bock vorkommen, werden in seiner Ausstellung im Original zu sehen sein: Neben Zeichnungen und Bildern, zum Beispiel auch seine gehäkelten Puppen. Um neue Arbeiten entstehen zu lassen, hat Frank Höhne Papier und Untergründe gekauft und einfach losgelegt. Sein Kommentar: „puhpuhpuh.“
Credit: Gestalten_BU Frank Höhne © Gestalten 2012
Von Donnerstag bis Sonntag findet die Berliner Liste statt. Die Messe ist bekannt für ihre noch sehr jungen und unbekannten Künstler und betitelt sich selbst als „Entdeckermesse“. Im sakralen Industrieambiente des MUMA (ehemals TRAFO) in Berlin-Mitte zeigen 124 internationale Galerien und Künstler aus 26 Ländern ihre neuesten Werke.
Credit: FT_Liste_ © Lluis Artus
Die vor fünf Jahren gegründete Messe art berlin contemporary konzentriert sich im Gegensatz zu anderen Messen vor allem auf die Künstler. Von Donnerstag bis Sonntag werden auf dem Gelände der Station-Berlin am Gleisdreieck über 150 Einzelpräsentationen der vielversprechendsten zeitgenössischen Künstler gezeigt. Daneben bietet die Messe rund 30 internationalen Kreativen eine Plattform – von Verlagen über Kinos und Filmverleihen zu Architekten, Plattenlabels und Städteplanern ist alles dabei.
Credit: ABC © Christoph Keller courtesy by the artist and Esther Schipper, Berlin
In ihrer achten Ausgabe erweitert die Preview ihr Profil: Im Hangar2 des ehemaligen Flughafens Berlin-Tempelhof zeigen neben internationalen Newcomern nun auch etablierte Galerien ihre verheißungsvollen künstlerischen Positionen. Zusätzlich wird es erstmals Solowände geben, mit denen konzentriert auch weiterhin aufstrebende Künstler gezeigt werden. Auch sie findet von Donnerstag bis Sonntag statt.
Credit: Preview Berlin © Markus Hilbich
Das auf Fotografie spezialisierte Ausstellungshaus C/O Berlin eröffnet am Freitagabend, 14.09., eine neue Show: Von Jörg Sasse, einem ehemaligen Student von Bernd Becher, werden zwei Hauptwerke gezeigt: 110 in zehn Blöcken zusammengestellte Stillleben, sowie den Speicher II mit insgesamt 512 Bildern. Trophäen, Heizkörper, Treppenabsätze, Polstersofas, Lamellenvorhänge, Topflappen, Plastiktiere – diese Motive erscheinen auf den ersten Blick vollkommen zusammenhangslos und wenig spektakulär. Was wird hier eigentlich genau gezeigt? Und wozu? Was hat es mit diesen Interieurszenerien und schlichten Objekten in einer rätselhaft menschenleeren Atmosphäre auf sich? Durch ungewöhnliche Perspektiven und Anschnitte erschließen sich die abgebildeten Dinge des täglichen Lebens oft nicht auf den ersten Blick. Mit seinen hermetischen Kombinationen fordern die Fotografien von Jörg Sasse zu einem genauen Betrachten auf.
Credit: C/O Berlin_Jörg Sasse © Jörg Sasse II - Courtesy Galerie Wilma Tolksdorf, Frankfurt
Vom 11.–16. September
Alle Infos unter: http://www.berlinartweek.de/
12 / 09 / 2012 // von Dana Weschke
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