»  Magazine  »  Culture  »  Art  »  Colliding Worlds 

«  zurück

Colliding Worlds

Noch bis zum 25. Oktober werden Knotenpunkte und Orte einer reisenden Gesellschaft in der Ausstellung, 'Colliding Worlds Nodes of Mobility and Networks of Transient Communities‘ in der WUK Kunsthalle Exnergasse in Wien beleuchtet.

Colliding Worlds

Trostlose Aussichten auf die Tragwerke eines Flugzeuges und eine graue Zugreise durch den Dauerregen. Die Romantik einer Reise erübrigt sich, sobald diese nicht mehr das Ziel der Erholung vor sich hat. Der mexikanische Künstler Plinio Avila hält z.B. die trostlose Aussicht aus Flugzeugfenstern mit Kugelschreiberskizzen treffenderweise auf seinen Bordkarten fest. Tragwerkflügel, eine betonierte Landebahnödnis oder die Synthetik-Ledersessel des Sitznachbar rufen Erinnerungen der Langeweile einer sich wiederholenden Reise hervor.  Avila, anscheinend Vielflieger, scheint all seine Flüge über diese trostlose Aussichten festzuhalten. Seine Zeichnungen sollen sowohl die Erwartungen an die Zukunft als auch das beklemmende Gefühl des, irgendwo hingehens‘ beschreiben.

 

 

01_Plinio_Avila_Marquez

 

02_christoph_oertli

 

Weniger orientierungslos wirken die Reisenden aus Michael Hieslmair und Michael Zinganels Installation ,EXIT Karlsplatz. Alltagim Labyrinth‘. In Form eines sozialräumlichen dreidimensionalen Modells des Karlsplatzes werden die alltäglichen Reisestationen und Gegebenheiten an ebensolchen Orten von den unterschiedlichsten Pendlern protokollartig beschrieben. Je nach U-Bahn Station lässt sich einer Geschichte eines Reisenden zuhören. Z.B. der von Gabriele und Fritz, 73 und 78 Jahre alt: Beide besuchen regelmäßig die Konzertreihen des Musikvereins und somit die U-Bahn-Station am Karlsplatz. Beim Zuhören ihrer Wegbeschreibung werden vor allem ihre skurrilen Charakterzüge erkennbar einander ständig überholen und schneller als der Partner sein zu müssen. Die Geschichte ruft sofort die Macht der Gewohnheit wach, welche eine sich ständig wiederholende Reisestrecke mit sich bringt. Erzählt erden die Reiseprotokolle von einer altbekannten Stimme: Fritz Kaida, pensionierter Ansagesprecher der Wiener Linien, welcher einen täglich in Wiens Tram oder U-Bahnen begleitet. Die Installation hinterlässt das Gefühl, als hätte Kaida nicht nur die einzelnen Stationen angesagt, sondern auch seine Reisenden bis aufs Detail studiert.

 

03_hieslmair_zinganel

 

05_Carolin_Hirschfeld_fotocredit_Joerg-Koopmann

 

Netzwerke und Aufenthaltsstationen oder eine graue Zugreise durch den Regen. Die Welt der Reisenden gibt sich sowohl trist als humorvoll. Öfters die Route wechseln, genauer seine Mitreisenden studieren oder vielleicht einfach weniger ins Flugzeug steigen, die Botschaft der Ausstellung bleibt jedem selbst überlassen, vermittelt aber zumindest eine neue Sicht auf die (Un)bewegte Welt der Reisenden.

 

Kunsthalle Exnergasse | WUK

Währinger Straße 59/2/1

1090 Wien

 

Ausstellung 13.09. - 25.10.2012

 

 - by Greta Hauer

15 / 10 / 2012 // von LigaStudios Guest

NEWSLETTER – stay always up to date

YOU MAY ALSO LIKE

01 / 10 / 2012

Galerie Thaddaeus Ropac Pantin

Neues Contemporary Art Mekka im Nordosten von Paris!...

22 / 06 / 2012

Weekender: Reisen mit Stil!

Stillvoll darf es sein – unser Handgepäck!...

20 / 09 / 2012

Husch, husch, ins Korb!

Wie viele Wiener Kaffeehäuser hat das Café Korb...

06 / 08 / 2012

Die Dachboden-gesellschaft

Wer den Sommer über gerne auf Terrassen verweilt...

Kommentieren

Bitte gib die beiden abgebildeten Wörter ein bevor Du Deinen Kommentar absendest:*
Gattò

17 / 06 / 2013

Gattò

Travel »

City

Select a city 

Tags

(29)
(24)
(6)
(12)
(18)
(12)
(5)

Newsletter

– stay always up to date!

We Want Your Feedback!

Find Us On Facebook

back to top
Liganova Zeitgeist
Magazin Abonnieren Find us on facebook Pinterest Follow us on twitter