Die neue Self Service ist da!
... und wir lieben sie mehr denn je! Die 36. Ausgabe besticht nicht nur durch wunderschöne Bildstrecken, bekannte Models und einem tollen Doppelcover!
Self Service kann mit Selbstbedienung übersetzt werden. Aber vielleicht auch mit sich selbst (be-)dienen. Denn das machen die Macher und Contributoren des Magazins: Sie dienen und bedienen sich selbst. Sie versuchen nicht Dinge zu erschaffen, die anderen gefallen. Sondern sie machen einfach, was ihnen selbst gefällt. Das Tolle daran ist, dass dabei immer wieder ein Magazin entsteht, welches auch wir einfach nur großartig finden. Und es ist auch kein Wunder, dass sich in so einem traumhaften Arbeitsrahmen immer wieder die Avantgarde zeitgenössischer Models, Photographen und Stylisten austoben will. Das beginnt dann auch gleich beim Cover: Daphne Groeneveld (zu sehen letztens zum Beispiel bei Versace for H&M, Miu Miu, Givenchy, auf den Covern der Vogue Paris + Japan, iD und Numéro) blickt einem dort einmal in schwarz-weiß und einmal in Farbe entgegen.
Zwei Versionen? Ja, denn wie eigentlich fast immer hat auch die aktuelle Self Service ein Doppelcover. Beide Versionen stammen von Alasdair McLellan, der auch schon für die letzten beiden Self Service Cover (da beides auch Doppelcover waren müsste man eigentlich für die letzten vier Cover sagen) verantwortlich war. McLellan ist nicht nur der Photograph, der die iD seit längerem mit bahnbrechenden Covern versorgt, auf sein Konto gehen auch das Cover des aktuellen Another Man und des aktuellen Fantastic Man Magazins. Und selbst im – sagen wir – eher etablierten Modebusiness (hei, nichts gegen Mainstream) ist er kein Unbekannter: Vor allem die British Vogue kann ihre Finger nicht von McLellan lassen kann, weshalb der wiederum auch dort seine Finger cover- und editorialtechnisch ständig im Spiel hat. (Übrigens, nicht nur im Editorialbereich ist McLellan momentan allgegenwärtig, er photographierte auch die aktuellen Werbekampagnen von Louis Vuitton Man, Filippa K, Emporio Armani, und Topman. Und Calvin Klein bucht sowieso nur noch ihn. Aber das nur am Rande...)
Drinnen geht es dann mit den neuen Model-Rolemodels (nach Daphne auf dem Cover) gleich weiter. Im Editorial von Alasdair McLellan finden wir die wundersüße Cara Delevingne, die nachdem sie erst vor kurzem noch in reduzierten Herbstcapes bei ASOS zu sehen war, mittlerweile von Mario Testino für Burberry geadelt nun auf den Laufstegen von Dolce & Gabbana bis Chanel zu Hause ist und ganz vorne bei der Modelavantgarde mitreitet. Aber auch die (verglichen mit der klassischen Schönheit Caras, bei der im süßen dreiecks-geschnittenen Gesichtchen mit mandelgefärbt und –geformten Rehäuglein, umrahmt von beachblonden Längen, höchstens die zwar stupsige, aber vielleicht gerade doch einen Müh zu breite Nase, das Besondere ausmacht) extrem eigenwillige, fast rebellische Schönheit einer Lindsey Wixson ziert das Magazin: nämlich in einer großartigen, knallbunten, David-Bowie-inspirierten Strecke des Photographen Theo Wenner. In einer eher Helmut-Newtesk daherkommenden Strecke des britischen Modephotograph Glen Luchford beweisen uns dann noch Anja Rubik und Karmen Pedaru durch scheinbar über Weltliches absolut erhabene Anmut warum sie momentan unter den Top 10 weiblicher Models gelistet sind.
Aber auch fernab von großen Namen der Modeszene, nirgendwo gibt es schönere Produkt-Shoots der Leckerbissen dieser Saison zu sehen, als in der Strecke THE OBSESSIONS: Hier verraten uns (oh nein, schon wieder große Namen!) Małgosia Bela (polnisches Model und mittlerweile auch Schauspielerin), Reed Krakoff (New Yorker Designer, seine Handtaschen gehören zu den Lieblingen von Anna Wintour) und Manuela Pavesi (italienische Photographin, war jahrelang Fashion Editor der Vogue Italy) ihre aktuellen Lieblingsstücke. Und wirklich nirgendwo findet sich das unter Modefreundinnen jetzt schon heißbegehrte, sommerluftige, hoch- und runtergetumblrte, elfenhafte Cut-out-Wunder von Louis Vuitton so lieblich in Szene gesetzt, wie an der zarten Claire Courtin-Clarins (sogenanntes It-Girl und Enkelin von Clarins-Gründer Jacques Courtin-Clarins).
Ich muss wirklich zugeben, auch diese Ausgabe der Self Service ist es wert, in von ihr gewohnt prätentiösem, und angesichts der digitalen Omniverfügbarkeit von Modephotographie doch irgendwie anachronistisch wirkendem Ultrahard-Cover daherzukommen und unverschämte 20 € zu kosten. Denn sie liefert schlicht wieder einmal 1,5 kg Qualität. Und vielleicht ist sie es ja sogar auch wert, sich nicht nur 20, sondern 40 € aus den Rippen zu schneiden – und beide Coverversionen zu Hause im Regal, auf dem mondän-cosmopololitischen Coffee-Table, oder am besten gleich neben dem Bett zu horten...
05 / 04 / 2012 // von Maike Mueller











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