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Weekender: EAT-ART

Essen: Lieblingsbeschäftigung & Leidenschaft zugleich - und längst nicht mehr nur in der Küche oder im Supermarkt zu begegnen. Stattdessen erfreuen uns verschiedenste Editorials mit kunstvollen Leckerbissen. Die optischen & kulinarischen Genüsse unseres Wochenende wollen wir euch nicht vorenthalten!

Weekender: EAT-ART

Der deutsche Philosoph Ludwig Feuerbach (1804 - 1872), Autor des Zitats "Der Mensch ist, was er isst", verglich das Leben mit einem endlosen Stoffwechsel - auf den ersten Blick kein allzu ästhetischer Gedanke. Essen spielt seiner Meinung nach lediglich die Rolle einer Energiequelle, um den menschlichen Körper in Schwung zu halten. Im Gegensatz dazu gilt Essen und Kochen für eine Vielzahl an Künstlern als unversiegbare Inspirationsquelle. Die Faszination für die Zubereitung des leiblichen Wohls und den anschließenden Genuss wird in der so genannten Eat-Art zelebriert - ganz nach dem Motto: Ist das schon Kunst oder kann man das noch essen?

 

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Credit: Meloncholie, 2010, Sarah Illenberger. Courtesy of Gestalten

 

Der Künstler Daniel Spoerri  war der Erste, der sich in den sechziger Jahren bewusst mit seinen Mahlzeiten künstlerisch auseinandersetzte und mit seinen Werken alle fünf menschlichen Sinne ansprechen wollte. Dieses Einbeziehen von Essen kam der neodadaistischen Forderung nach, die Lebenswirklichkeit in der Kunst darzustellen und beides stärker miteinander zu verbinden. Spoerri kredenzte seinen Gästen experimentelle Gerichte wie zum Beispiel ein Kartoffelbrei-Eis mit Fleischpralinen. Beim so genannten ›Palindromischen Diner‹ - das heißt der Anfang des Diners ist sein Ende und umgekehrt - wurden die Gäste mit bis dato unbekannten Eindrücken überrascht: Das Aussehen der Speisen suggerierte zwar, es würde mit dem anschließenden Espresso begonnen, doch dieser entpuppte sich als Suppe. Das gesamte Menü folgte diesem Prinzip. In seiner "Eat Art Galerie" in Düsseldorf zeigte Spoerri zwischen 1968 und 1972 Kunstwerke, die vollständig essbar waren, zum Beispiel Werke von Joseph Beuys oder Roy Lichtenstein.

 

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 Credit: Chili con Carne, 2008, Sarah Illenberger for Enroute Magazine. Courtesy of Gestalten

 

Die Faszination und Liebe, Essen künstlerisch zu verarbeiten und in Szene zu setzen, scheint aktuell einen neuen Aufschwung zu erfahren. In den verschiedensten Editorials wird Essen beziehungsweise seine Zutaten dazu genutzt, Inhalte narrativ zu inszenieren. Dabei begegnen uns lachende Brote, Senfsonnen, regnende Melonen, Kaktuslandschaften aus Gurkenstücken oder ganze Kräuterlandschaften. Hier eine kleine Auswahl an wunderbaren Eat-Art-Werken aus dem Grafikbereich. Die Illustratorin Sarah Illenberger tauscht immer wieder den Stift gegen Obst und Gemüse wie in ihrer oben gezeigten Arbeit "Meloncholie" (2010). Oder sie bastelt kleine Köstlichkeiten wie in der Arbeit "Chili con Carne" (2008).

 

In der aktuellen Ausgabe des "The Gourmand"  präsentiert Jamie Brown Kunststile mal anders.

 

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Credit: Arts and Crafts (li) und Bauhaus (re) via Gourmand Magazine

 

Der Künstler Kevin van Aelst  interessiert sich unter anderem für geographische Besonderheiten und setzt diese in seinen Arbeiten um.

 

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Credit: Local Times, 2005, via Kevin van Aelst

 

Adaptionen bekannter Gemälde wandern bei Brittany Powell im Rahmen seiner Arbeit "Sandwich Artist" (2012) aufs Brot. 

 

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Credit Header: Links - Damien Hirst, via Brittany Powell. Rechts - Piet Mondrian, via Brittany Powell

 

 

+++ Und weil das Stöbern in Magazinen so hungrig macht, gibt´s morgen Abendbrot im Supper-Club "Mothers Mother". +++

 

- by Saskia Glandien

20 / 10 / 2012 // von LigaStudios Guest

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1 Kommentar

Ein grandioser Beitrag zur wachsenden Esskultur im Internet.

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