Sunday-Lounge: Husk Magazine
Was war noch einmal das schönste an herbstlichen Wochenenden? Genau: Kuschelige Wollpullis, warmer Tee in gemütlichen Cafés und natürlich Magazine! Wie gut, dass gerade rechtzeitig die neue HUSK erschien. Und wir sind auch bei der III. Ausgabe des Londoner Modemagazins verliebt wie am ersten Tag!
Sofort schon das Cover der neuen HUSK-Issue reißt uns in seinen Bann: zu sehen ist die zerbrechliche Alina Kristina, winterlich, aber vor allem cool gestylt. Fotografiert hat das aneckende Ensemble die in London lebende und aus Wien stammende Ex-Model-Photographin Hanna Putz, die der ein oder andere vielleicht von einer ihrer vielen Kunstausstellungen kennt, oder als sporadische Fotografin des Zeit Magazins, oder gar aus der kürzlich erschienen Vogue India, für die Hanna Cover und eine hippiesk verträumte Bohemian-Strecke beisteuerte.
Mit dem edgy Bild, das Frau Putz aber in diesem Fall als HUSK-Cover ablieferte, kann das junge Magazin seine außergewöhnliche ästhetische Ausrichtung auch für Nicht-Leser und Nur-drauf-Gucker sofort auf einen an Prägnanz kaum zu überbietenden, visuellen Standpunkt bringen. Denn der ultimativ avantgardistische Modesinn, mithilfe dessen das Magazin ersonnen wird, bewegt sich so kratzend nah am modischen Nullpunkt, am ästhetischen Morgen, dass schon einmal passieren kann, dass ein Großteil der Bevölkerung, der sich doch eigentlich für modebewusst hält, und gerne ab und an zu Glamour, InStyle & Co. greift, die visionären Stylings und künstlerisch neugeistigen (Mode-)Inszenierungen, mit denen HUSK aufwartet, für geschmacklosen (White)Trash hält – und am Kiosk fast etwas angewidert eben doch zu Altbewährtem wie Vogue greift.
Credit: Alina Krasina, by Hanna Putz
Credit Headerbild: Alina Krasina, by Hanna Putz
Das ist natürlich gut so. Denn das Innere der HUSK würde so jemanden wahrscheinlich nicht glücklicher machen. Und natürlich ist gegen die Bibel (Vogue) sowieso nichts einzuwenden. Und überhaupt, gerade in der Mode soll ja bitte alles erlaubt sein und jeder darf machen, lesen und kaufen wie es ihm beliebt. Dass es zu modischen Mainstream präsentierenden Fashion-Heftchen aber eben auch etwas elitärere Alternativen wie HUSK gibt, macht uns umso glücklicher und sorgt mit jeder neuen Ausgabe für leidenschaftlich hüpfende, hungrige Mode-Mädchenherzen an gutsortierten Kiosken auf der ganzen Welt.
Credit: Alina Krasina, by Hanna Putz
Im Inneren dann finden wir nicht nur tatsächlich eine ganze Modestrecke aus der talentierten Hand besagter Hanna Putz, die ausschließlich das Cover-Model featured, und pragtischerweise auch gleich ALINA betitelt wurde. Es folgt eine Strecke des Londoner Fotografen Willem Jaspert, die in ähnlicher Manier eine liebevolle Hommage an das Model Lisanne de Jong darstellt. Diese kommt sogar in einem Interview durch Chefredakteur Trey Taylor zu Wort und wird ansonsten etwas entrückt, vielleicht gleichgültig, mit Sicherheit aber nicht ohne gewisse alienhafte Züge beim Schlendern über Gemüsemärkte (mit Skateboard, so wie man das halt macht), vor mit absurd großen Einweckgläsern voll Gurken, eingelegter Zwiebeln, Ajvar und Ähnlichem befüllten Supermarktregalen, oder beim ostentativ übellaunigen Begutachten frischer Honigmelonen vorgeführt.
Credit: Alina Krasina, by Hanna Putz
Es gibt aber natürlich auch Männer in den Modestrecken zu sehen, zum Beispiel in der Serie „brothers“ vom Pariser Fotografen Justin Wu. Die überraschend klassische Schwarz/Weiß-Strecke erhält durch die Hand der Stylistin Sophie Ruthensteiner eine durchschlagende Eleganz, die sich auch durch ponchoartige Deckenüberwürfe, filzige Pullis und ungeschnürtes, an Wanderschuhe erinnerndes Laufwerk von Raf Simons frisst.
Credit: Alina Krasina, by Hanna Putz
Und ja, Raf Simons, ihm und seinem „Universe“ widmet die aktuelle HUSK acht tiefgehende Portrait-Seiten aus sieben Kapiteln, in denen der Designer ungewöhnlich offen und persönlich von seiner kreativen Arbeit, seinen Beweggründen für Mode – und subtil in jedem Satz auch von seiner unerschöpflichen Leidenschaft für sie – spricht. Es gibt natürlich noch einige Perlen mehr in der neuen Ausgabe des HUSK Magazins – wir wollen euch aber ja nicht alles verraten... Aber vielleicht doch noch, dass wir morgen schon eine weitere spannende Wochenendlektüre für euch bereit halten!
07 / 10 / 2012 // von Maike Mueller











levitraviolImamlem sagt
22. März 2013 um 05:03
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