Just shoot!
Das analoge Kleinbildformat war gestern, heute ist Instagram ein Inbegriff und dazwischen avanciert die Lomographie vom Kult zum Trend. „Don’t think, just shoot“, heißt das Motto der Lomo-Community, die sich an den goldenen Regeln der Lomographie orientiert.
Lomographie deutet, neben den Wortspielereien, nichts anderes als die inspirierenden Schnappschüsse mit einer analogen Kamera an. Viele davon aus aller Welt zieren die LomoWalls in den Gallery-Stores oder von Ausstellungen wie aktuell im Museum of London (bis 31.01. 2013). Die Resultate können sich sehen lassen und bieten immer neue Inspirationen für Aufnahmen. Diana, Holga, La Sardina, Fisheye, Spinner heißen einige Fotoapparate mit denen die kleinen Wunder passieren. Der Star der Lomo-Szene ist nach wie vor die erste Kleinbildkamera LC-A (LOMO Compact Automat). Drehbuchreif ist auch die Entstehung der analogen Revolution. Die Kleinbildkamera wurde in Zeiten des kalten Krieges vom sowjetischen Geheimdienst KGB in Auftrag gegeben. LOMO, eine Firma in St. Petersburg, entwickelte 1983 die Kamera LC-A. 1991 entdeckten reinzufällig eine Gruppe Wiener Studenten auf einer Reise durch Prag die außergewöhnlichen Fähigkeiten der analogen Kamera: spezielle Optik, leichte Bedienung, kontrastreiche und tiefe Farbsättigung. Nach der Filmentwicklung, überwiegend geschossen auf 35mm-Film, sorgen die unerwarteten Lichteinfälle oder Körnungen für magische Momente. Aus der Begeisterung wurde eine Leidenschaft. Sie gründeten die Firma Lomographic Society International in Wien und später auch die Online-Plattform Lomography.com (Regel 3: Lomographie ist ein Teil deines Lebens).
Credit: Lomography Gallery Store Berlin
Credit: Lomography Gallery Store Berlin
Mit dem Einzug und den Vorteilen der Digitalkamera rückten Kleinbild- und die Polaroid-Kamera anscheinend langsam ins Abseits, aber sie waren immer allgegenwärtig und beglückten (Kunst-)Liebhaber der analogen Fotografie. Stark gefragt ist der künstlerisch-experimentelle Fotostil. Ganz in James Bond-Manier sollen die Bilder „aus der Hüfte geschossen“ werden (Regel 4:… und benutze nur selten den Sucher). Smartphone-Apps wie Instagram sind mit besonderen Filtern ausgestattet und verpassen digitalen Fotos innerhalb von Sekunden den Hauch von ästhetischer Nostalgie und anderen Effekten. Blendenflecke, Störungen, Kontraste,… zaubern auch schnell Photoshop und Co. Die Ergebnisse der Lomographie hingegen lassen auf sich warten, denn die Filme werden im Fotolabor entwickelt. (Regel 8: Es ist vorher nicht wichtig zu wissen, was auf den Film ist). Die Geduld wird honoriert – die Welt der Lomographie ist voller Überraschungen. Denn, wer kann schon dem gewissen Charme des Retro-Styles widerstehen, oder auf Doppelbelichtungen, die zufällig auftauchen, verzichten?
Credit: Chris Holmes MBE with Lottie LomoWall at MOL July 2012 (c) Museum of London
Credit: Photokina 2010
Credit Headerbild: via Lomography.com shot w/ diana f+kamera
Bei der Lomographie sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Das wird sich demnächst auch in Köln zeigen, denn zeitgleich mit der Messe Photokina 2012 (18.09 – 23.09) wird auf dem pulsierenden Bahnhofsvorplatz zum Kölner Dom ein enormer LomoFloor ausgerollt. Rund 25.000 eingesendete Fotos werden eine tausend Quadratmeter große Deutschland-Landkarte abbilden. Menschen, Sehenswürdigkeiten, Plätze, Momente aus Deutschland für ein facettenreiches Werk. Lomographie mitten im Leben – statt im Abseits. Übrigens… die 10. und letzte Regel besagt: Vergiss die Regeln! ... Just shoot!
- by Ayla Yildiz
08 / 08 / 2012 // von LigaStudios Guest
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05 / 08 / 2012











levitraviolImamlem sagt
21. März 2013 um 05:03
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