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J’ai mal á la tête

Verkopfte Männermode aus München – überraschend leichtfüßig und unbeschwert

J’ai mal á la tête

Wenn man sich so umsieht, dann scheinen eigentlich nur zwei Algorithmen für die Namensfindung eines Modelabels zu existieren: Erstens man nehme einfach seinen Vor- und Zunamen. Warum auch lange grübeln, damit ist man auf der sicheren Seite, schließlich haben es Yves Saint Laurent, Prada, Gucci und Co. es ja vorgemacht. Ruhm, sollte es ihn geben, fällt auf das Alter Ego. Die Zweite Variante – mittlerweile immer beliebter: Man nehme ein besonders klangvolles Wort. Am besten eines, das auch noch besonders virtuose, exklusive oder coole Assoziationen hervorruft. Damit kann man sich mit dem Labelnamen schon ein bisschen innerhalb des unüberschaubaren Modemeeres positionieren – und vielleicht sogar eine verkaufsfördernde Wirkung auf den zukünftigen Kunden erzielen. So gedacht wohl bei Joops Wunderkind, ganz gewiss aber beim Schweizer Label Jet Set und unter Umständen sogar bei Rei Kawakubos Comme des Garçons.

 

J’ai mal á la tête – zu Deutsch "Ich habe Kopfschmerzen" – will da irgendwie nicht so recht hineinpassen: zu lang, zu kompliziert, zu sperrig – und vor allem viel zu negativ belegt. Verkaufsfördernde Wirkung? Fehlanzeige! Marketingstrategisch auf den ersten Blick im schillernden Modebusiness durchgefallen, das auf die Vorzeigeattribute sexy und strahlend glücklich setzt.

 

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Genau das aber war Anja Pawliks Intention. Sie ist die Designerin, die J’ai mal á la tête 2011, nachdem sie drei Jahre für die Münchner Designgröße Marcel Ostertag gearbeitet hatte, ins Leben rief. Der Name entstammt einem Werk des portugiesischen Schriftstellers Fernando Pessoa. Ungekürzt heißt es "J’ai mal á la tête et á l’univers" und bringt Anjas Überdruss angesichts eines oft rein konsumorientierten Modebusiness zum Ausdruck. Überdruss, der sie schließlich dazu motivierte ihr eigenes Label zu gründen.

 

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Und dabei emanzipierte sich Anja nicht nur ein Stück weit vom Markt, sondern auch von ihrem früheren Arbeitgeber Ostertag: Anja kreiert nämlich nun ausschließlich Mode für Männer – wo Ostertag auf Frauenmode setzt –  und im Gegensatz zu seinen schicken Upperclass bis Highstreet-Shop-Entwürfen, die von Kollektion zu Kollektion immer amerikanischer anmuten und mittlerweile ziemlich gut in US-Serien wie Gossip Girl passen, erinnern die Modewelten von Anja Pawlik an den Wald, die Erde, die ungezwungene Natürlichkeit.

 

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Vor allem die aktuelle Herbst/Winter Kollektion ist unaufgeregt leise, entspannend angenehm und bildet einen wunderschönen Ruhepol in einer manchmal viel zu aufgeregten (Mode-)Welt. Außerdem sehen die kastenartigen Pullis, die gesteppten Parkas und vor allem die wadenlangen „Schlafsack-Kleider-Irgendwasse“ einfach so kuschelig warm aus, dass unseren männlichen Gefährten die absurde Idee, im kommenden Winter öfter mal raus in den Wald zu fahren, schon richtig verlockend erscheint. Nur die Freundin, die hat dann wahrscheinlich Kopfschmerzen.

 

 

 

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Zu kaufen gibt es J’ai mal á la tête hier:

 

Flottenheimer
Gärtnerplatz 6
80469 München

 

Ruby Store
Reichenbachstr. 37
80469 München

 

Baerck
Mulackstraße 12
10119 Berlin

19 / 09 / 2012 // von Maike Mueller

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2 Kommentare

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