Weekender Teil 3: Prêt-à-Manger – Kulinarisches auf Wochenmärkten
Im letzten Teil unseres Weekend-Special dreht sich alles ums Essen. Die kulinarische Reise lässt sich zu Fuß bestreiten: Vom "Marché Aligre" im 12. Arrondissement zum "Marché des Enfants Rouges" im oberen Marais.
Who’s local? Die Mischung aus frischen, lokalen Produkten und dem Gefühl, das Pariser Alltagsleben mitzubekommen macht den Charme eines Wochenmarktes aus – nicht nur sonntags.
Le Marché Aligre
Hier ist die Welt noch in Ordnung. Weitab von abgepackten, gewaschenen Supermarkt-Salaten und einer erschlagenden Auswahl an Fertiggerichten trifft man in der Hall Beauvais auf dem Place Aligre im 12. Arrondissement auf das, was ein Gourmet auf seinem Induktionsherd haben mag: Regionale Obst-und Gemüsesorte vom Bauern, von Schimmel umrindete Ziegenkäseleibe, Innereien, Tauben und Spanferkel oder auchmal riesige Gänse-Eier fürs Angeber-Omelett am Sonntagmorgen.
Die Stände unter freiem Himmel sind in Marokkaner-Hand und meist recht günstig. Ebenso zu empfehlen sind die Bio-Stände, an denen man seine Waren pro Kilo zahlt, und den Bauernstand direkt vor der Halle Beauvais, erkennbar an einer langen Schlange. Die frische und ausgewählte Qualität lässt keine Wünsche offen. Dazu gesellt sich nicht nur ein kleiner Flohmarkt, sondern auch eine Menge an Spezialitätengeschäften – von nordafrikanischen Backwaren bis hin zu Elsässer Spezialitäten, Bio-Bäckerei und Weinläden. Wer sich ganz local fühlen möchte, der geselle sich zum Frühshoppen ins "Le Baron Rouge". Meist im stehen genießen hier Nachbarn und Freunde frischen Wein aus denen im Café stehenden Fässern und Pasteten oder Austern zu einem unschlagbaren Preis-Leistungs-Verhältnis.
Le Marché des Enfants Rouges
Sonntag ist im Marias Shopping-Day. Denn in dem Quartier, in dem seit jeher viele Juden angesiedelt sind, ist Sonntag der heimliche Samstag. Im nördlichen, weniger touristischen Teil, befand sich auf dem heutigen Marktgelände einmal ein Waisonhaus, in dem die Kinder rote Uniformen trugen. Als die Fläche im 16. Jahrhundert zum Markt umfunktioniert wurde, benannte man ihn genau nach diesem Merkmal. Seit seiner Wiedereröffnung im Jahre 2000 erfreut er sich vor allem durch seine Restaurant-Stände, ähnlich des Prinzips der Bocaria in Barcelona oder des Wiener Naschmarktes. Beliebt ist der marrokanische Cous-Cous-Stand, an dem man immer herzlichst empfangen wird. Auch der Italiener und der Japaner bieten simple, qualitativ hervorragende Speisen an. Der eigentliche Star und Magnet des Marktes ist allerdings Alain. Bekannt für seine freche Schnauze, pardon, für seine tollen Crêpes kann man sich den Markt nicht mehr ohne ihn vorstellen.
Marché Aligre
Place Aligre
75012 Paris
Anfahrt
Metro: Ligne 8 - Ledru-Rollin
Öffnungszeiten
Di - Sa: 08:00 - 14:00 Uhr
So: 08:00 - 14:00 Uhr
Marché des Enfants Rouges
39, Rue de Bretagne
75003 Paris
Anfahrt
Metro Ligne 8 - Filles du Calvaire
Öffnungszeiten
Di - Do: 08:30 - 13:00 Uhr / 16:00 - 19:30 Uhr
Fr + Sa: 08:30 - 13:00 Uhr / 16:00 - 20:00 Uhr
So: 08:30 - 14:00 Uhr
02 / 09 / 2012 // von Tana-Maria Schächtele
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