Claus Sendlinger
Mit seiner internationalen Plattform Design Hotels, vermarktet Claus Sendlinger weltweit über 200 Inhaber-geführte Hotels in nicht weniger als 40 Städten & sorgt als Teil eines weltumspannenden kreativen Netzwerks kontinuierlich für Innovation und Austausch. Wir trafen den Wahlberliner zum Gespräch!
Begriffe wie Design- und Boutique-Hotel sind inzwischen allseits bekannt. Seit ein paar Jahren manifestiert sich ein Trend hin zur originellen und stilvollen Unterkunft auf Reisen. Nicht nur Fashion-Designer oder Stararchitekten fühlen sich berufen, auf diesem recht weiten Feld mitzuwirken und eröffnen eigene Häuser. Einem, dem diese Materie seit über 20 Jahren vertraut ist und der die Szene maßgeblich mit geprägte, ist Claus Sendlinger, Gründer und CEO der Design Hotels AG. Neben diversen Büchern und dem „Directions“- Magazin, feierte Design Hotels vor nicht all zu langer Zeit den Launch des Onlinemagazin „Made by Originals“ mit einem ganz speziellen Blick hinter die Kulissen der Tourismusbranche und dem Augenmerk auf dessen Persönlichkeiten. Ein paar persönliche Statements von Claus Sendlinger möchten wir euch natürlich nicht vorenthalten. Das Gespräch mit ihm und LigaStudios gibt es hier:
Herr Sendlinger, was denken Sie, ist der Grund, dass in den letzten Jahren verstärkt neue Design- und Boutiquehotels eröffnen?
Die Leute sind immer mehr auf der Suche nach Individualität und maßgeschneiderten Hotelerlebnissen. Deshalb geht der Trend weg von großen Kettenhotels und hin zu kleineren, persönlicheren Häusern. Gerade Geschäftsreisende möchten nicht in austauschbaren Hotelzimmern aufwachen, egal, in welcher Stadt sie sind, sondern wollen sich jedes Mal auf's Neue überraschen lassen und etwas Neues erleben. Das gesteigerte Interesse der Gäste an solchen Hotels führte dann natürlich auch zu einem Wachstum an Design- und Boutiquehotels.
Wir leben in einer sehr schnelllebigen Welt mit recht kurzweiligem Interesse. Werten Sie den Trend hin zu Designhotels als konstante Entwicklung oder eher als flüchtiges Interesse, Gäste und Inhaber gleichermaßen betrachtend?
Dadurch, dass Design schon seit den 80'er Jahren Thema und bereits 30 Jahre auf dem Markt zu finden ist, kann es kein kurzweiliger Trend sein. Das sieht man auch daran, dass jedes neue Hotel heutzutage einen Design-Anspruch hat. Die Gäste möchten Teil des Viertels sein, in dem sich ihr Hotel befindet. Die Hoteliers, die ihr Hotel mit Leidenschaft betreiben und erkannt haben, wie wichtig es ist, ihr Hotel in die Nachbarschaft einzubinden, deren Hotels werden immer langfristig Bestand haben.
Was vor einiger Zeit nur wenigen Reisenden in puncto Design und Ausstattung wichtig erschien, tritt bei immer mehr Gästen in den Vordergrund. Bemerken Sie in Ihrer Arbeit und auf Ihren Reisen ein verändertes Designverständnis? Falls dem so ist, woher könnte dies rühren?
Heute gibt es zum Thema Design aufgeklärtere Konsumenten als noch vor zwanzig Jahren, das sieht man z.B. daran, dass es Ende der 80er Jahre sehr wenige Zeitschriften gegeben hat, die sich mit dem Thema Architektur, Design und Einrichten befasst haben, wohingegen es heute eine Vielzahl davon gibt. Es gibt heutzutage ein großes Angebot an Design-Informationen und Produkten.
Was denken Sie, wohin führt uns der Designbegriff in Bezug auf die Lifestyle-Hotellerie in den kommenden Jahren?
Design muss sich im Gesamtkonzept eines Hotels widerspiegeln, ein Designerstuhl in der Lobby macht für uns noch kein gutes Designhotel aus. Der Gast soll sich wie bei Freunden fühlen, als stünden ihm in der Stadt alle Türen offen. Austausch und Vernetzung mit der Nachbarschaft sind entschiedene Kriterien. Hotels müssen als Lifestyle-Berater für ihre Gäste fungieren und ihnen Zugang zu Orten verschaffen, die nicht im Reiseführer stehen.
Den zweiten Teil unseres Interviews findet ihr heute Nachmittag auf LigaStudios.com - dann erzählt Claus Sendlinger u.a. von persönlichen Travel-Highlights und verrät, was in seiner Reisetasche nicht fehlen darf!
Credit: Gramercy Park Hotel New York, Member of Design Hotels
Credit: San Giorgio Mykonos, a Design Hotels Project
Credit: Gramercy Park Hotel New York, Member of Design Hotels
Credit: San Giorgio Mykonos, a Design Hotels Project
29 / 08 / 2012 // von Nadine Semmler
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LOTRO Gold sagt
11. April 2013 um 09:04
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